Nichts geht mehr – Wenn Glücksspiele und Onlinegames zur Sucht führen

Online Games | Tuesday May 26 2009 9:35 am | Tags: ,

Rien ne va plus – Nichts geht mehr!  Diesen Satz hörte auch Klaus Dietrich Schmidt sehr oft, als der Multimillionär sich aufgrund von  Langweile und innerer Leere, wie er heute sagt, an den Spieltisch stellte und sein Vermögen einsetzte.

Die meisten Menschen spielen gern und das liegt ja auch in unserer Natur. Meistens findet jeder sein eigenes Maß, gerade wenn es um Gewinnspiele und Onlinegames geht, die den Einsatz von Barem erfordern. Klaus Dietrich Schmidt gehört nicht zu dieser, sondern zu der anderen Sorte Mensch, nämlich die, die irgendwann nicht mehr aufhören kann und spielsüchtig wird.

Der ehemalige Multimillionär wurde durch den Vertrieb von Soda Stream, dem Getränkesystem, auf dem deutschen Markt reich und zwar sehr schnell. Er konnte scheinbar den plötzlichen Zugewinn in seinem Geldbeutel nicht vertragen, das zumindest muss man aus heutiger Sicht sagen, denn der ehemalige Millionär hat sein gesamtes Vermögen beim Spielen verloren. Seine Suchtkarriere dauerte  nur wenige Jahre.

Irgendwann kam er mit nur noch 50 Mark ihn der Tasche aus der Spielbank und war plötzlich mittellos.  Heute geht es wieder aufwärts für den Unternehmensberater und davon zeugt auch sein Buch „Nichts geht mehr“, in dem er seine Erfahrungen mit der Sucht beschreibt. Der Fall Schmidt, das kann man darin nachlesen, kam sogar vor Gericht, denn der Mann sah sich als Opfer und verklagt die Bremer Spielbank, da diese seine Sucht angeblich ausnutzte. Das klingt zugegebener Maßen sehr eigenartig, denn eigentlich ist ja jeder erwachsene Mensch für sich selbst verantwortlich. Sicher, Gewinnspiele und Onlinegames können für manche Menschen zur Gefahr werden, aber es gibt genügend Anlaufstellen die Spielsüchtige kostenlos betreuen und ihnen Wege aus der Sucht vermitteln. Ganz besonders wichtig ist die Prävention auch bei Jugendlichen: Die verfallen ja meistens nicht mehr der Sucht, in eine Spielbank zu gehen, sondern zocken eher im Internet. World of Warcraft ist da ein sehr gutes Beispiel. Hier geht es zwar weniger um Geldeinsätze, aber auch der Verlust der sozialen Beziehungen durch kontinuierliches Spielen bedeutet Gefahr, die Eltern und die Zocker selbst oft unterschätzen. Vielleicht ist Onlinegaming die Spielsucht der Generation Web 2.0, vielleicht aber auch gar nicht so schlimm, wenn alle einfach ein wenig die Augen offen halten und sich selbst überprüfen.

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